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BAföG-FAQs

Hier gibt's Antworten auf die »Frequently Asked Questions« rund ums BAföG. Reinschauen lohnt sich.

 

BAföG – auch für mich?

Grundsätzlich haben alle Studierenden deutscher Staatsangehörigkeit einen Rechtsanspruch auf Förderung nach dem BAföG. Aber auch Studierende aus dem Ausland (insbesondere der EU) können unter bestimmten Voraussetzungen Ausbildungsförderung erhalten – also beraten lassen!

AusländerInnen erhalten Ausbildungsförderung inzwischen auch unabhängig von einer vorherigen Erwerbstätigkeit ihrer Eltern, wenn sie eine Aufenthaltserlaubnis besitzen, mit der sie voraussichtlich auf Dauer in Deutschland bleiben können.

BAföG gibt es, wenn Studierende und ihre Angehörigen – also Eltern oder EhepartnerIn (PartnerInnen einer eingetragenen Lebensgemeinschaft sind diesen im BAföG gleichgestellt) – nicht allein in der Lage sind, die Kosten des Lebensunterhalts und der Ausbildung zu tragen. Ob und wie viel BAföG gezahlt wird, hängt also von der Höhe des eigenen Einkommens und vom Einkommen der Angehörigen ab. Da bei der Berechnung zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen, ist es nicht möglich, hier kurz einen allgemeingültigen »Richtwert« zu nennen.

Wer zu Beginn seines Studiums schon über 30 (bzw. 35 bei Masterstudiengängen) ist, kann unter bestimmten Umständen ebenfalls BAföG erhalten – obwohl im BAföG steht, dass in der Regel nur Auszubildende gefördert werden, die zu Beginn des Studiums diese Altersgrenzen nicht überschritten haben. Hier gibt es aber einige Ausnahmen: Wer aus persönlichen Gründen (z. B. Kindererziehung) nicht früher mit dem Studium beginnen konnte, sollte sich also unbedingt beraten lassen!

Seit August 2016 ist u. a. eine BAföG-Förderung (unter Rückzahlungsvorbehalt) bereits ab vorläufiger Zulassung zum Masterstudium möglich, sofern danach innerhalb eines Jahres eine endgültige Zulassung erfolgt. Zudem kann zur Verbesserung der Planbarkeit vor einem Masterstudium ein Vorabentscheid über die Förderfähigkeit dem Grunde nach beantragt werden.

In Zweifelsfällen gilt: Lassen Sie sich von uns beraten! In unseren Service-Einrichtungen (Adressen und Öffnungszeiten) bieten wir auch die Möglichkeit einer individuellen Proberechnung.

Wo muss ich den Antrag stellen?

Weil es hier manchmal Unklarheiten gibt:

Die fürs BAföG zuständige Stelle (das ist das jeweilige Studentenwerk, auch wenn manchmal noch die irreführende Bezeichnung »BAföG-Amt« kursiert) richtet sich nicht nach dem Wohnort, sondern danach, an welcher Hochschule man studiert!

Wenn Sie an einer der folgenden Hochschulen studieren, dann ist die Abteilung Ausbildungsförderung des Studentenwerks Hannover für Ihren BAföG-Antrag zuständig:

  • Leibniz Universität Hannover
  • Medizinische Hochschule Hannover
  • Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
  • Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
  • Hochschule Hannover
  • Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover
  • Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg
  • Kommunale Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen
  • Leibniz-Fachhochschule Hannover
  • Hochschule Weserbergland in Hameln
  • Teilnehmende des Niedersächsischen Studienkolleg

Hier finden Sie die Adressen und Öffnungszeiten der Abteilung Ausbildungsförderung des Studentenwerks Hannover.

Nicht zuständig sind wir übrigens fürs »Schüler-BAföG« – weitere Infos dazu finden Sie auf hannover.de, Schüler-BAföG in der Region Hannover.

Wann sollte ich den Antrag stellen?

So schnell wie möglich, also sofort nach der Zulassung zum Studium. Die Immatrikulationsbescheinigung kann nachgereicht werden. Ausschlaggebend ist für den Beginn der BAföG-Zahlungen nämlich der Monat, in dem der Antrag gestellt wurde. BAföG wird nicht rückwirkend gezahlt, sondern erst vom Monat der Antragsstellung. 

Die Förderung wird in der Regel für ein Jahr bewilligt (sog. Bewilligungszeitraum).

Für die weitere Förderung ist ein vollständiger Weiterförderungsantrag zu stellen. Um eine lückenlose Förderung zu gewährleisten, sollte der neue Antrag mindestens drei Monate vor Ende des Bewilligungszeitraums, der sich aus dem Bescheid ergibt, vollständig beim Studentenwerk vorliegen. Also: rechtzeitig um den Folgeantrag und die Nachweise kümmern!

Wer den BAföG-Antrag zum Studienbeginn oder den Wiederholungsantrag verschwitzt hat, sollte den Antrag trotzdem so schnell wie möglich stellen. BAföG kann jederzeit beantragt werden, auch mitten im Semester. Gezahlt wird aber immer erst ab dem Monat der Antragstellung.

Wie stelle ich einen Antrag?

BAföG-Antrag online

Auf www.bafoeg-niedersachsen.de können Studierende ganz einfach ihren BAföG-Antrag online stellen.

Das geht nicht nur schneller, dass ist auch einfacher, weil das System beim Ausfüllen gleich erkennt, wo Angaben oder Nachweise fehlen und Sie darüber informiert. So können Sie den Antrag gleich vollständig abgeben – und das verkürzt die Bearbeitungszeit. Das heißt: Es gibt schneller Geld (wenn der BAföG-Antrag positiv ausfällt). Noch ein Pluspunkt: Sie können beim Online-Antrag auch jederzeit den Stand der Bearbeitung des Antrags abfragen.

Für die Abgabe des Online-Antrags gibt es drei Varianten.

Mehr zum Online-Antrag erfahren Sie hier!

Nach vollständiger Abgabe eines Antrages ist mit einer vierwöchigen Bearbeitungszeit zu rechnen. Und wenn alles klappt, gibt's jeweils am letzten Werktag im Monat BAföG.

Tipp: Um die Frist zu wahren (denn BAföG wird immer erst gezahlt ab dem Tag der Beantragung) reicht erst mal ein formloser Antrag (PDF-Datei). Dann sollte aber schnell der Online-Antrag gestellt werden.

Wie viel BAföG gibt es?

Die Höhe der monatlichen BAföG-Zahlungen hängt vor allem vom anrechenbaren Einkommen (eigenem und dem der Angehörigen) ab, es bekommen also nicht alle gleich viel BAföG. Liegt dieses unterhalb bestimmter Freigrenzen, wird der »BAföG-Höchstsatz« gezahlt, ansonsten wird das Einkommen darauf angerechnet.

Die Höhe des »Bedarfes« hängt davon ab, ob noch bei den Eltern gewohnt wird oder nicht, da sich die BAföG-Zahlungen aus einem Grund- und einem Wohnbedarf zusammensetzen. Dazu kommen ggf. noch Zuschläge für die Kranken- und die Pflegeversicherung.

Hier die aktuelle Höchstförderung für Studierende unter 30 Jahren* im Überblick:

  eigene Wohnung bei Eltern wohnend
Grundbedarf 419 € 419 €
Wohnbedarf 325 € 55 €
Krankenversicherungszuschlag 84 € 84 €
Pflegeversicherungszuschlag 25 € 25 €
Förderungshöchstbetrag 853 € 583 €

* Der Förderungshöchstbetrag für Studierende über 30 Jahren steht auf www.studentenwerk-hannover.de/bafoeg-und-co/bafoeg-reform/.

Außerdem gibt es einen Kinderbetreuungszuschlag für Auszubildende, die mit mindestens einem eigenen Kind, dass das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, in einem Haushalt leben. Der Bedarf erhöht sich um monatlich 140 € für jedes Kind. Der Kinderbetreuungszuschlag wird komplett als Zuschuss geleistet, der nicht zurückgezahlt werden muss. Der Kinderbetreuungszuschlag wird nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet.

Ob und wie viel Förderung es dann tatsächlich gibt, hängt – wie gesagt – von den Einkommensverhältnissen und der »Familienkonstellation« ab. Dabei ist meist das Einkommen der Angehörigen (Eltern, EhepartnerIn, eingetragene/r LebenspartnerIn) zu berücksichtigen, aber auch die Anzahl der Geschwister und ob sich diese ebenfalls in der Ausbildung befinden, die steuerliche Situation der Eltern etc. Kindergeld, das die Eltern erhalten, wird nicht als Einkommen angerechnet.

In bestimmten Fällen gibt es auch die »elternunabhängige Förderung«, z. B. bei Beginn des Studiums nach dem 30. Lebensjahr oder längerer Berufstätigkeit bzw. abgeschlossener Ausbildung vor dem Studium. Bei diesbezüglichen Fragen bitte an unsere MitarbeiterInnen der Förderungsabteilung wenden!

Die BAföG-Berechnung ist ziemlich komplex, sodass absolute Einkommensgrenzen schlecht genannt werden können. Daher sollte in jedem Fall ein Antrag gestellt werden oder die Möglichkeit einer Proberechnung in der Abteilung Ausbildungsförderung in der Callinstraße 30a oder im ServiceCenter der Leibniz Universität Hannover genutzt werden.

Einige Berechnungsbeispiele: BAföG-Server des BMBF.

Wie lange gibt es BAföG?

Die Dauer der Förderung richtet sich nach dem Studienfach und dem angestrebten Abschluss. Die BAföG-Förderungshöchstdauer entspricht der Regelstudienzeit nach § 10 Abs. 2 des Hochschulrahmengesetzes oder einer vergleichbaren Festsetzung.

Ein Bachelor-Studiengang ist grundsätzlich als erste berufsqualifizierende Ausbildung entsprechend der Regelstudienzeit förderfähig. Auch ein Master-Studiengang kann unter bestimmten Voraussetzungen mit BAföG gefördert werden. Studiengänge, die berufsbegleitend angeboten werden, sind nicht förderungsfähig, da laut Gesetz bislang nur Vollzeit-Studiengänge gefördert werden.

In bestimmten Fällen gibt es BAföG aber auch über die Förderungshöchstdauer hinaus, nämlich wenn diese

  1. aus schwerwiegenden Gründen
  2. Pflege naher Angehöriger (ab Pflegegrad 3)
  3. infolge einer Mitwirkung in den Hochschulgremien
  4. infolge des erstmaligen Nichtbestehens einer Abschlussprüfung
  5. infolge einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes im Alter von bis zu vierzehn Jahren

überschritten wurde.

In den Fällen 1 bis 3 wird die Förderung (wie sonst auch) zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als unverzinsliches Darlehen gezahlt. In Fall 4 wird das BAföG sogar vollständig als Zuschuss gezahlt, d. h. dieses Geld muss nicht zurückgezahlt werden!

»Schwerwiegende Gründe«, die eine Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus rechtfertigen können, sind insbesondere

  • eine Krankheit (durch Attest nachzuweisen),
  • eine vom Auszubildenden nicht zu vertretende Verlängerung der Examenszeit (z. B. bei plötzlicher Erkrankung des Prüfers),
  • eine verspätete Zulassung zu examensnotwendigen Lehrveranstaltungen (z. B. »interner Numerus Clausus«),
  • das erstmalige Nichtbestehen einer Zwischenprüfung oder Modulprüfung, wenn sie Voraussetzung für die Weiterführung der Ausbildung ist; entsprechendes gilt für die erstmalige Wiederholung eines Studienhalbjahres wegen des Misslingens von Leistungsnachweisen, wenn an­stelle einer Zwischenprüfung oder Modulprüfung laufend Leistungsnachweise zu er­bringen sind.

Diese schwerwiegenden Gründe müssen ursächlich für die Verzögerung der Ausbildung sein. Die Verzögerung darf für die / den Auszubildende/n nicht auf zumutbare Weise innerhalb der Förderungshöchstdauer aufzuholen sein. Bei der Feststellung einer Behinderung ist im Allgemeinen von Bescheinigungen anderer zuständiger Stellen auszugehen. Vom Amt für Ausbildungsförderung ist ge­son­dert zu prüfen, ob die Behinderung für die Verzögerung der Ausbildung ursächlich ist.

Im Rahmen des § 15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG sind für die Kindererziehung stets folgende Zeiten angemessen:

  • bis zum 5. Lebensjahr: 1 Semester pro Lebensjahr
  • für das 6. und 7. Lebensjahr: 1 Semester insgesamt
  • für das 8. bis 10. Lebensjahr: 1 Semester insgesamt
  • für das 11. bis 14. Lebensjahr 1 Semester ingesamt

Die Vergünstigung des § 15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG kann auf beide studierenden Eltern verteilt werden. In diesem Fall haben die Eltern eine Er­klärung darüber abzugeben, wie die Kinderbetreuung zwischen ihnen auf­geteilt wurde.
 

 

Was ist der »Leistungsnachweis«?

Um BAföG zu erhalten, ist zu Beginn des 5. Fachsemesters ein Leistungsnachweis über die Studienfortschritte erforderlich. 

Durch den Leistungsnachweis soll gezeigt werden, dass die – der jeweiligen Ausbildungs- und Prüfungsordnung entsprechenden – Studienfortschritte erbracht wurden.

Ausreichend sind durchschnittliche Studienfortschritte, die nachgewiesen werden können durch:

  1. ein Zeugnis über eine bestandene Zwischenprüfung, die nach den Ausbildungsbestimmungen erst vom Ende des dritten Fachsemes­ters an abgeschlossen werden kann und vor dem Ende des vierten Fachsemesters abgeschlossen worden ist,
  2. eine nach Beginn des vierten Fachsemesters ausgestellte Bescheinigung der Ausbildungsstätte darüber, dass die bei geordnetem Verlauf der Ausbildung bis zum Ende des jeweils erreichten Fachsemes­ters üb­lichen Leistungen erbracht worden sind (Formblatt 5), oder
  3. einen nach Beginn des vierten Fachsemesters ausgestellten Nachweis über die bis dahin erworbene Anzahl von Leistungspunkten nach dem Europäischen System zur Anrechung von Studienleistungen (ECTS), wenn die bei geordnetem Verlauf der Ausbildung bis zum Ende des jeweils erreichten Fachsemesters übliche Zahl an ECTS-Leistungspunkten nicht unterschritten wird.

Falls es mal nicht möglich ist, den Leistungsnachweis zu erbringen, nicht gleich verzagen: In einigen Fällen kann der Zeitpunkt für die Vorlage verschoben und zunächst für einen angemessenen Zeitraum weiter BAföG bezahlt werden.

Möglich ist das, wenn Tatsachen vorliegen, die voraussichtlich eine spätere Überschreitung der Förderungshöchstdauer rechtfertigen. Insbesondere werden berücksichtigt:

  • Krankheit
  • Pflege von nahen Angehörigen (ab Pflegegrad 3)
  • Mitwirkung in gesetzlich vorgesehenen Gremien
  • behinderungsbedingte Gründe
  • Schwangerschaft und Kindererziehung

Liegt für die Studienverzögerung kein hinreichend anerkennbarer Grund vor, so werden die BAföG-Zahlungen eingestellt. Erst wenn der für das jeweilige Semester übliche Leistungsstand aufgeholt und nachgewiesen ist, erfolgen weitere Leistungen.

Generell sollte sich frühzeitig bei den zuständigen BAföG-Beauftragten erkundigt werden, welche Leistungen für die Bescheinigung erforderlich sind. Häufig sind diese mit den Zulassungsvoraussetzungen für die Zwischenprüfung etc. identisch.

Was ist Studienabschlusshilfe?

Da die durchschnittlichen Studienzeiten meistens über der zu knapp festgelegten Förderungshöchstdauer liegen, läuft das BAföG häufig im ungünstigsten Zeitpunkt aus, nämlich dann, wenn Abschlussarbeit oder -prüfungen anstehen. Für solche Fälle gibt es die sog. »Studienabschlusshilfe«, die für maximal 12 Monate beantragt werden kann. Und zwar dann, wenn die Voraussetzungen für die Abschlussprüfung innerhalb von vier Semestern nach Erreichen der Förderungshöchstdauer geschaffen werden. Studienabschlusshilfe wird mit der BAföG-Reform zum Wintersemester 2019/2020 als unverzinsliches Staatsdarlehen gewährt. Für bisherige Darlehens-Empfängerinnen und -Empfänger gibt es aber keine Neuerungen.

Weitere Fragen beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BAföG-Abteilung gerne.

Wie läuft das mit der Rückzahlung?

Grundsätzlich wird für die Zeit der Förderungshöchstdauer die Förderung zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als unverzinsliches Darlehen geleistet. Die Hälfte muss also gar nicht zurückgezahlt werden!

Und auch wenn mehr BAföG als Darlehen gezahlt wurde, müssen höchstens 10 010 € an den Staat zurückgezahlt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Zinslosigkeit und Inflationsrate bewirken, dass der Barwert der Rückzahlung viel niedriger ist als der des ausgezahlten Darlehens.

In den ersten fünf Jahren nach Ende der Förderungshöchstdauer muss kein Cent zurückgezahlt werden. Danach beträgt die monatliche Rate bei ausreichendem Einkommen in der Regel 130 €. Bezahlt werden vierteljährlich 390 Euro, gezahlt werden muss maximal 77 Monate lang. Das sind insgesamt höchstens 10 010 €.

Zurückgezahlt werden muss aber nur dann, wenn das Einkommen bestimmte Freibeträge übersteigt: 1 225 € für den / die BAföG-EmpfängerIn selbst; 610 € für den / die EhepartnerIn bzw. eingetragene/n LebenspartnerIn; 555 € für jedes Kind. Wer darunter liegt, kann sich auf Antrag von der Rückzahlungsverpflichtung freistellen lassen. Je nach Höhe des Einkommens wird dann entschieden, ob niedrigere Raten in Höhe von mindestens 42 Euro monatlich bezahlt werden müssen oder ob eine vollständige Freistellung ohne Zahlung von Raten erfolgt.

Wer wegen seines zu geringen Einkommens niedrigere Rückzahlungsraten als 130 € pro Monat bezahlt, wird ebenfalls nach 77 Monatsraten schuldenfrei – auch, wenn dann insgesamt weniger als 10 010 € zurückgezahlt wurden. Wenn trotz nachweisbarem Bemühen und Mitwirkung binnen 20 Jahren nicht die 77 Tilgungsraten gezahlt werden können, werden die dann noch bestehenden Schulden erlassen!

Angst vor BAföG-Schulden ist also unbegründet – selbst, wenn man später keinen gut bezahlten Job findet sollte. Eltern und EhepartnerIn sind zur Rückzahlung der Darlehen nicht verpflichtet.

Bisherige BAföG-EmpfängerInnen haben die Möglichkeit, bis zum 29.02.2020 gegenüber dem Bundesverwaltungsamt zu erklären, dass das neue Recht für sie Anwendung finden soll.

Die Darlehensschuld kann (je nach Höhe um bis zu 50 %!) verringert werden, wenn das Darlehen vorzeitig getilgt wird, also nicht in Raten, sondern auf einmal zurückgezahlt wird. Ausführliche Infos dazu enthält ein Merkblatt des BMBF.

Zuständig für die Rückzahlung ist nicht mehr das Studentenwerk Hannover, sondern das Bundesverwaltungsamt (BVA). Auf der Website des Bundesverwaltungsamts sind neben wichtigen Informationen auch die entsprechenden Online-Formulare für die Beantragung der Erlassmöglichkeiten zu finden. 

Wichtig: Nach dem Abschluss der BAföG-Zahlungen sollten frühere BAföG-EmpfängerInnen unbedingt jede Anschriftenänderung dem Bundesverwaltungsamt mitteilen, da die sonst ggf. notwendige Anschriftenermittlung kostenpflichtig ist!

Muss ich Zinsen bezahlen?

Nein. Für das im Rahmen der Förderungshöchstdauer erhaltene BAföG müssen grundsätzlich keine Zinsen gezahlt werden. Dieses wird zur Hälfte als Zuschuss, der überhaupt nicht zurückgezahlt werden muss, und zur Hälfte als unverzinsliches Darlehen gewährt.

Und mit der letzten BAföG-Reform gehört auch das verzinsliche BAföG-Bankdarlehen der Vergangenheit an: Studienabschlusshilfe wird nun als ebenfalls zinsloses Staatsdarlehen gewährt.

Damit sind nun sämtliche Darlehensanteile des BAföG zinslos!

Jobben und BAföG?

Jobben und BAföG, geht das? Ja. Durchschnittlich dürfen monatlich bis zu 450 € brutto dazuverdient werden, ohne dass dies Auswirkungen auf die Höhe des BAföGs hat. Berechnet wird das immer für den gesamten Bewilligungszeitraum (12 Monate), sodass im Bewilligungszeitraum 5 400 € dazuverdient werden können.

Liegt der Verdienst über der zulässigen Grenze, heißt das selbstverständlich nicht, dass es gar kein BAföG gibt. Beim BAföG wird dann etwas gekürzt, allerdings nur geringfügig.

Vermögen und BAföG?

Studierende, die einen Antrag auf BAföG stellen, müssen Auskunft über ihr Vermögen gegen, über das sie am Tag der Antragstellung verfügen. Dabei bleiben 7 500 € anrechnungsfrei. Nur was darüber liegt, wird (verteilt auf 12 Monate) aufs BAföG angerechnet.

Bitte unbedingt beachten! Es kommt zu Überprüfungen seitens des Finanzamtes. Unversteuerte Zinserträge werden aufgrund von Freistellungsaufträgen von den Geldinstituten zentral an das Bundesamt für Finanzen gemeldet, sodass ein automatischer Datenabgleich mit allen SozialleistungsträgerInnen möglich ist und auch durchgeführt wird. Deshalb: Auch bei den Angaben zum eigenen Vermögen sorgfältig sein!

Vor allem sollte dabei auch an Sparguthaben, Bausparverträge oder Wertpapiere gedacht werden, die beispielsweise die Eltern im Namen der Antragstellerin / des Antragstellers eingerichtet bzw. erworben haben.

Wer Vermögen verschweigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat und kann entsprechend belangt werden!

BAföG im Ausland?

BAföG gibt es auch für ein Studium im Ausland.

So kann bereits ab dem ersten Semester in einem EU-Land oder der Schweiz studiert werden. Die Förderung erfolgt innerhalb der Förderungshöchstdauer nach Inlandssätzen bis zum Studienende.

Die Förderung für Ausbildungszeiten außerhalb der EU sieht folgendermaßen aus: Durch die 3 Semester umfassende Verlängerungsmöglichkeit kann eine Ausbildungszeit im Ausland insgesamt bis zu 5 Semester gefördert werden. Allerdings werden höchstens 2 Auslandssemester auf die Förderungshöchstdauer angerechnet.

Für die Zeit der Überschreitung der Förderungshöchstdauer aufgrund der Auslandsausbildung ist wichtig, ob Teile der Auslandsausbildung im Inland anerkannt werden oder nicht. Für die Zeit, in der Studienleistungen im Ausland erreicht wurden, die im Inland anerkannt werden, wird angenommen, dass für die entsprechende Zeit durch die Auslandsausbildung kein Zeitverlust im Hinblick auf die Förderungshöchstdauer eingetreten ist. Dies hat zur Folge, dass für diese Zeit der Überschreitung der Förderungshöchstdauer keine Ausbildungsförderung gewährt wird. Für die Zeit, in der im Ausland Studienleistungen erbracht wurden, die im Inland nicht anerkannt werden, wird für die entsprechende Zeit der Überschreitung der Förderungshöchstdauer nur verzinsliches Bankdarlehen gewährt.

Die hohen zusätzlichen Kosten einer Ausbildung im Ausland können dazu führen, dass auch solche Auszubildende während des Auslandsaufenthaltes gefördert werden, die im Inland wegen der Höhe des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten. Übernommen werden u. a. auch Studiengebühren. 

Die Auslandszuschläge werden zu den Konditionen der BAföG-Normalförderung gewährt. Die Hälfte muss also zurückbezahlt werden, wobei auch hier eine Begrenzung der Schulden auf maximal 10 010 € gilt. Nachweisbar notwendige Studiengebühren werden nur für maximal ein Jahr als Vollzuschuss geleistet. Reisekostenzuschüsse werden als Pauschale gezahlt.

Bitte beachten: Die Auslandsförderung wird nicht beim Studentenwerk Hannover beantragt! Für die Beantragung der Auslandsförderung sind – je nach Land, in dem studiert werden soll – bestimmte Ämter zuständig. Welches Amt das ist, kann der Seite Zuständiges Amt für Ausbildungsförderung bei einem Studium im Ausland auf dem BAföG-Server des BMBF entnommen werden. Da die Anträge mindestens sechs Monate vor Beginn des Ausbildungsabschnittes gestellt werden müssen, sollte sich rechtzeitig darum gekümmert werden! 

In Hannover ist die Region Hannover für Großbritannien und Irland zuständig. Anträge und Fragen etc. unter:

Region Hannover
Team Ausbildungsförderung
Hildesheimer Straße 18, 30169 Hannover
Mail: bafoeg(at)region-hannover.de
Internet: Ausbildungsförderung Region Hannover – BAföG

Was passiert bei Fachrichtungswechsel / Studienabbruch?

Bei einem Fachrichtungswechsel oder Studienabbruch ist Vorsicht geboten, denn dadurch kann der Anspruch auf BAföG gefährdet sein.

Es sei denn, es liegt ein sog. »wichtiger Grund« vor. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Studierende im 1., 2. oder 3. Semester merkt, dass ihr das Fach nicht zusagt. Ein Fachwechsel aus »wichtigem Grund« ist bis zum Ablauf des 3. Semesters möglich! Beim erstmaligen Fachrichtungswechsel bis zum Beginn des 3. Fachsemesters wird grundsätzlich das Vorliegen eines wichtigen Grundes vermutet.

Beim erstmaligen Fachrichtungswechsel aus »wichtigem Grund« bleibt es während der Förderungsdauer des gesamten neuen Studiengangs bei der Normalförderung (Hälfte Zuschuss, Hälfte zinsloses Darlehen).

Wer einen sog. »unabweisbaren Grund« hat, kann auch in höheren Semestern noch wechseln, ohne das BAföG zu gefährden. Ein solcher Grund liegt z. B. dann vor, wenn aufgrund einer dauerhaften Verletzung ein Sportstudium nicht weitergeführt werden kann.

Vor einem Fachrichtungswechsel oder Abbruch eines Studiums also unbedingt von uns beraten lassen, damit die Förderung nicht verloren geht!

Was, wenn die Eltern keinen Unterhalt leisten?

Bei den meisten BAföG-EmpfängerInnen wird ein Teil des Einkommens der Eltern auf die Bedarfssätze angerechnet, wobei davon ausgegangen wird, dass die Eltern in diesem Umfang auch tatsächlich Unterhalt leisten. Verweigern nun aber die Eltern die Zahlung von Unterhalt, sollte uns dies sofort mitgeteilt werden. Es wird dann eine Anhörung der Eltern durchgeführt. Verweigern die Eltern auch danach die Zahlung, wird der Eltern-Anteil dann gegebenenfalls als sog. »Vorausleistung« gezahlt und es wird unterhaltsrechtlich gegen die Eltern vorgegangen.

In solchen Fällen sollte unbedingt unsere Beratung in der Abteilung Ausbildungsförderung in Anspruch genommen werden!

Was ist mit Schwangerschaft und Kindererziehung?

Kinderbetreuungszuschlag

Für Auszubildende, die mit mindestens einem eigenen Kind, das das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, in einem Haushalt leben, erhöht sich der Bedarfssatz um monatlich 140 € für jedes Kind. Der Zuschlag erfolgt auf Antrag bis zum Ende des Bewilligungszeitraums pauschal ohne Nachweis entsprechender Betreuungskosten.

Eigene Kinder sind nur »leibliche Abkömmlinge« oder durch Adoption angenommene Kinder.

Der Kinderbetreuungszuschlag wird für denselben Zeitraum nur einem Elternteil gewährt. Sind beide Elternteile nach dem BAföG dem Grunde nach förderungsfähig und leben in einem gemeinsamen Haushalt, bestimmen sie untereinander, wer den Kinderbetreuungszuschlag erhält. D. h., der jeweils andere Elternteil muss auf der Anlage 2 zum Formblatt 1 erklären, dass er den Zuschlag nicht bezieht oder beantragt hat und dass er mit der Zahlung an die / den antragsstellende/n Auszubildende/n einverstanden ist.

Der Kinderbetreuungszuschlag wird durch die Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Bundeselterngeldgesetz oder anderer Sozialleistungen nicht ausgeschlossen. Der Kinderbetreuungszuschlag wird auch nicht als Einkommen auf andere Sozialleistungen angerechnet.

Der Kinderbetreuungszuschlag wird als Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss (auch wenn die sonstige Förderung nur noch als verzinsliches Bankdarlehen geleistet wird), und auf den Einkommen und Vermögen erst nachrangig angerechnet werden.

Sonstige Regelungen

Bei Auszubildenden, die bei Vollendung des 30. (bzw. 35. Lebensjahres bei Masterstudiengängen) eigene Kinder unter 14 Jahren erziehen und nur begrenzt erwerbstätig sind, verschiebt sich die Altersgrenze beim BAföG ggf. bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Kinder das 14. Lebensjahr vollenden.

Schwangerschaft und Kindererziehung ermöglichen eine Ausweitung der Förderung auch über die Förderungshöchstdauer hinaus, wenn diese ursächlich für die Verzögerung des Ausbildungsabschlusses sind – und zwar komplett als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss:

  • für die Schwangerschaft: 1 Semester,
  • bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres des Kindes: 1 Semester pro Lebensjahr,
  • für das 6. und 7. Lebensjahr: 1 Semester insgesamt,
  • für das 8. bis 10. Lebensjahr: 1 Semester insgesamt
  • für das 11. bis 14.Lebensjahr 1 Semester ingesamt

Diese Vergünstigung kann auf beide studierenden Eltern verteilt werden. In diesem Fall haben die Eltern eine Erklärung darüber abzugeben, wie die Kinderbetreuung zwischen ihnen aufgeteilt wurde.

Außerdem werden Kinder sowohl bei der Berechnung des BAföG als auch bei der Rückzahlung durch Gewährung bestimmter Freibeträge berücksichtigt.

Wer überlegt, sich aufgrund von Schwangerschaft, Geburt oder Kindererziehung beurlauben zu lassen, sollte dabei beachten, dass während einer Beurlaubung kein BAföG-Anspruch besteht. Wenn eine Studentin in Folge einer Schwangerschaft oder Krankheit an der Durchführung ihres Studiums gehindert ist, wird bis zu drei Monate Ausbildungsförderung geleistet. Dauert die Unterbrechung jedoch länger, muss in der Regel das BAföG für dieses Semester zurückgezahlt werden.

Stipendium und BAföG?

BAföG-EmpfängerInnen müssen aufpassen, wenn sie sich gleichzeitig um ein Stipendium bewerben, sei es auch nur um sogenanntes Büchergeld. Erhält der / die Studierende Unterstützung von einem vom Bund unterstützten Begabtenförderungswerk, ist eine Förderung nach BAföG ausgeschlossen.

Sonstige nicht einkommensteuerpflichtige begabungs- und leistungsabhängige Stipendien, die nach vom Geber allgemeingültig erlassenen Richtlinien ohne weitere Konkretisierung des Verwendungszwecks vergeben werden, gelten bis zu einem Gesamtbetrag, der einem Monatsschnitt von 300 € entspricht, pauschal nicht als Einkommen, das heißt, es findet keine Anrechnung auf das BAföG statt. Über diesen Betrag hinaus gelten sie als Einkommen.

Auch sog. Deutschlandstipendien bleiben bis 300 € pro Monat bei der Förderung nach dem BAföG anrechnungsfrei.

Behinderung und BAföG?

Das BAföG berücksichtigt die besondere Situation von Studierenden mit Behinderungen durch verschiedene Bestimmungen. So ist Voraussetzung für den Erhalt von BAföG-Leistungen, dass der Ausbildungsbedarf weder durch eigenes Einkommen oder Vermögen noch durch Einkommen oder Vermögen des / der Ehepartners/in oder eingetragenen Lebenspartners/in oder der Eltern voll gedeckt wird. Eine Behinderung wirkt sich hier insofern aus, als bei der Ermittlung des Einkommens der Eltern auf Antrag ein zusätzlicher Härtefreibetrag angesetzt wird. Berücksichtigt wird nicht nur eine Behinderung des Studierenden, sondern auch die eines Elternteils oder eines anderen unterhaltsberechtigten Familienmitglieds.

Studierende, die zu Beginn der Ausbildung älter sind als 30 Jahre, erhalten in der Regel kein BAföG. Ausnahmen gelten bei Nachweis, dass die Studienaufnahme wegen Krankheit oder Behinderung nicht rechtzeitig aufgenommen werden konnte.

Darüber hinaus besteht bei Vorliegen eines schwerwiegenden Grundes die Möglichkeit der Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus. Dazu müssen die AntragstellerInnen im Einzelfall nachweisen, um welchen Zeitraum sich ihr Studium aufgrund ihrer Behinderung verlängert hat. In der Regel muss ein Attest vorgelegt werden. Wird über die Förderungshöchstdauer hinaus gefördert, wird das BAföG für diese Zeit vollständig als Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Bei der Rückzahlung können Studierende mit Behinderungen die Berücksichtigung behinderungsbedingter Aufwendungen beantragen. Dadurch erhöht sich die Einkommensgrenze, bis zu der von der Rückzahlung freigestellt wird.

 

Ansprechpartner

Studentenwerk Hannover
Abt. Ausbildungsförderung
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