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20.01.2016

»Das Gute aus Ruthe«

Wie schmeckt das Zweinutzungshuhn? Zum Probieren in der Mensa!

Grafik Zweinutzungshuhn | herbstwerbung, Fotos: Lohmann Tierzucht

An drei Donnerstagen im Januar und im Februar stehen unter dem Namen »Das Gute aus Ruthe« ganz besondere halbe Brathähnchen in unseren Mensen auf dem Speiseplan des Wahlmenüs: Die Hähne sind Teil eines Projektes der TiHo, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Lehr- und Forschungsgut der TiHo in Ruthe ein neues, tierfreundlicheres Konzept für die Geflügelhaltung untersuchen – mit dem sogenannten Zweinutzungshuhn.

Los geht es am 21. Januar 2016, angeboten werden die Hähnchen in allen neun Mensen des Studentenwerks. Bei der Sonderaktion gibt es abwechselnd die Zweinutzungshähnchen und Hähnchen einer Vergleichslinie. Am 28. Januar und 4. Februar 2016 gibt es zum halben Hähnchen eine Paprikasauce. Die Aktion wird wissenschaftlich mit einer Gästebefragung begleitet.

Die TiHo und das Studentenwerk kooperieren in diesem Projekt mit dem Ziel, die Akzeptanz des Zweinutzungshuhns auf dem Markt zu testen. »Wir finden das Projekt sehr sinnvoll und unterstützen es daher sehr gerne praktisch«, so Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks Hannover. »Viele Studierende ernähren sich besonders bewusst und sind sensibel für eine tiergerechte Nutztierhaltung und nachhaltige Ernährung. Wir fanden daher: Mensa und Markttest des Zweinutzungshuhns – das passt!«

Das Projekt

»Um Eier und Fleisch zu einem möglichst günstigen Preis anbieten zu können, werden Hühner bislang für einen bestimmten Zweck gezüchtet: Ziel ist, dass sie entweder besonders viele Eier legen oder besonders viel Fleisch ansetzen«, erklärt TiHo-Präsident Dr. Gerhard Greif. Bei Hühnern, die für die Eiererzeugung gezüchtet wurden, haben die männlichen Tiere keinen direkten Nutzen für den Verbraucher, da sie weder Eier legen können noch ausreichend Fleisch ansetzen. Darum werden sie kurz nach dem Schlupf getötet und als Tierfutter eingesetzt. Gesunde, lebensfähige Tiere bereits als Küken zu töten, weil sie keine Höchstleistungen bringen, ist heute aus Verbrauchersicht nicht mehr akzeptabel.

Eine Lösung könnte das sogenannte Zweinutzungshuhn sein: Die Hennen legen bei einem vertretbaren Futteraufwand noch viele Eier und gleichzeitig können die Hähne als »Hähnchen« vermarktet werden, sodass sie nicht als Eintagsküken getötet werden müssen.

In einem großen Forschungsverbundprojekt untersuchen TiHo-ForscherInnen gemeinsam mit WissenschaftlerInnen anderer Forschungseinrichtungen, ob sich dieses Zweinutzungshuhn für die Ei- und Fleischerzeugung eignet. Dafür vergleichen sie auf dem Lehr- und Forschungsgut der TiHo in Ruthe bei Sarstedt das sogenannte Zweinutzungshuhn mit einer anderen Hühnerlinie. Sie prüfen im Laufe des Projektes verschiedene Gesundheitsaspekte bei den Tieren, eine attraktivere Stallstrukturierung, den Einfluss von Beschäftigungsmaterial auf das Tierverhalten oder die Akzeptanz beim Verbraucher. Zusätzlich zum Verzicht auf das Töten der männlichen Küken sollen auch die Schnäbel der Hennen nicht mehr gekürzt werden, weil die WissenschaftlerInnen davon ausgehen, dass die ruhigeren Zweinutzungshühner sich gegenseitig weniger bepicken und Verletzungen zufügen.

 

 

 

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