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Semesterbeitragsstipendium für StudienanfängerInnen – Informationen über die Vergabe im Jahr 2016

1. Die Idee

In der Diskussion um mehr Vielfalt an den Hochschulen rückt das Thema Chancengleichheit stärker in den Fokus: SchülerInnen mit Migrationshintergrund bzw. aus hochschulfernen Elternhäusern sollen verstärkt ermuntert werden, ein Hochschulstudium aufzunehmen.

Seit mehreren Jahren beobachten die Sozialberaterinnen des Studentenwerks Hannover sowohl in den Beratungen von Studieninteressierten als auch bei Schulveranstaltungen zur Studienfinanzierung, dass die Kosten zu Beginn des Studiums (Semesterbeitrag, Wohnungseinrichtung usw.) abschreckend wirken. Insbesondere Kinder aus Familien, die Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II beziehen, sehen kaum Möglichkeiten, diese zusätzlichen Belastungen zu bewältigen.

Vor diesem Hintergrund entstand in der Abteilung Soziales und Internationales die Idee, diesen Personenkreis mit der Übernahme des Semesterbeitrags zu fördern. Anfang 2015 startete die Vergabe des Semesterbeitragsstipendiums. Im ersten Jahr wurden 54 Stipendien vergeben, im zweiten Vergabejahr 2016 konnten insgesamt 66 Studentinnen und Studenten mit dieser Förderung unterstützt werden.

2. Die Vergabekriterien

Für Stipendien bewerben können sich Studieninteressierte unmittelbar vor der Immatrikulation an einer Hochschule im Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks Hannover, die das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, die die erstmalige Immatrikulation an einer Hochschule anstreben und die weder ein Stipendium noch eine Beihilfe von anderer Stelle für den Verwendungszweck erhalten.

Außerdem müssen AntragstellerInnen nachweisen, dass sie allein oder über eine Bedarfsgemeinschaft Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen oder dass ihre Eltern für sie einen Kinderzuschlag nach § 6 a BKGG erhalten.

3. Das Verfahren

Die Anträge auf Stipendien werden mit dem entsprechenden Formular und den notwendigen Unterlagen persönlich in der Sozialberatungsstelle abgegeben. Es kann somit sofort abgeklärt werden, ob die Bedingungen überhaupt erfüllt sind, ob der Antrag vollständig ist bzw. welche Unterlagen fehlen. Außerdem können AntragstellerInnen im Rahmen der persönlichen Beratung auf weitere Sozialleistungen für sich und ihre Angehörigen sowie auf das BAföG und andere Hilfen während des Studiums aufmerksam gemacht werden. Die angehenden Studierenden lernen die Sozialberaterinnen des Studentenwerks somit gleich zu Studienbeginn als kompetente Ansprechpartnerinnen kennen.

Der Semesterbeitrag, der die Positionen Studentenwerksbeitrag, AStA-Beitrag, SemesterCard und Verwaltungskosten beinhaltet und im Jahr 2016 zwischen 356 € und 410 € lag, wird unmittelbar nach der Bewilligung des Stipendiums direkt an die Hochschule überwiesen.

4. Die Öffentlichkeitsarbeit

Da sich junge Menschen mit Studienberechtigung noch nicht an den Hochschulen befinden, müssen für die Öffentlichkeitsarbeit Wege der Bekanntmachung gefunden werden, die über die Informationsarbeit für Studierende hinausgehen. Viele Einrichtungen unterstützen das Vorhaben: Weiterführende Schulen sowie JobCenter in Stadt und Region Hannover legen Flyer aus, die Presse informiert, und alle Hochschulen haben mit den Zulassungen über das Stipendium informiert bzw. bei zulassungsfreien Fächern mit der Eingangsbestätigung entsprechende Hinweise gegeben.

5. Die StipendiatInnen

Im Jahr 2016 wurden 66 Semesterbeitragsstipendien vergeben. Hierfür wurden insgesamt Mittel in Höhe von 26.700 € aufgewendet. Die folgende Tabelle informiert über die Verteilung der Stipendien nach Sommer- und Wintersemester sowie nach Hochschulen:

Hochschule

SoSe 2016

WS 2016/17

Gesamt

Leibniz Universität Hannover (LUH)

1

44

45

Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

0

2

2

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hochschule Hannover (TiHo)

0

3

3

Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH)

0

1

1

Hochschule Hannover (HsH)

6

9

15

Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover (FHDW)

0

0

0

Gesamt

7

59

66

Es wurden 35 Studentinnen und 31 Studenten gefördert. Von den 66 StipendiatInnen verfügten 35 und somit 53 % über einen Migrationshintergrund, d. h. sie selbst oder ihre Eltern sind nach Deutschland eingewandert. Die Mehrheit der StipendiatInnen (97 %) bezog allein oder in einer Bedarfsgemeinschaft Arbeitslosengeld II. Die Inanspruchnahme von Sozialhilfe, Grundsicherung und Kinderzuschlag nach § 6 a BKGG waren Einzelfälle. Anträge aufgrund vom Leistungsbezug nach dem Asylbewerberleistungsgesetz lagen nicht vor.

6. Das Fazit

Bereits im ersten Jahr seiner Existenz (2015) ist das Semesterbeitragsstipendium gut angenommen worden, im zweiten Jahr (2016) ist die Nachfrage aufgrund des höheren Bekanntheitsgrads nochmals von 54 auf 66 Stipendien (22 %) gestiegen. Die hohe Inanspruchnahme von Studierwilligen mit Migrationshintergrund zeigt, dass das Angebot eine große Unterstützung für diesen Personenkreis darstellt und die Studienaufnahme fördert. In mehreren Fällen haben sich StipendiatInnen ausdrücklich bei den Sozialberaterinnen bedankt und herausgestellt, dass ihnen das Stipendium die Aufnahme des Studiums erst ermöglicht hat. Das Studentenwerk wird die Vergabe des Semesterbeitragsstipendiums weiter fortführen.

 

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