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14.11.2016

Studierende in leere Flüchtlingsheime?

Studentenwerk prüft Angebote von Kommunen und fragt nach dem Interesse bei Studierenden

Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks Hannover | Sandra Kühnapfel

von Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer Studentenwerk Hannover

Die freien und nicht benötigten Wohnheime für geflüchtete Menschen und für sie frei gehaltene bzw. gebaute Wohnungen haben in der Region Hannover mehrere Kommunen veranlasst, diese dem Studentenwerk zur Vermietung an Studierende anzubieten.

Da auch vier Wochen nach Beginn des Wintersemesters die Warteliste für einen Platz in einem Studentenwohnheim in Hannover immer noch sehr lang ist, werden wir die uns Ende letzter Woche mitgeteilten Vorschläge schnellstmöglich prüfen. Angesehen habe ich sie mir – jedenfalls von außen – bereits gestern, ebenso das jeweilige Wohnumfeld (Lage, Verkehrsanbindung, Nahversorgung). Es sind keine Notunterkünfte, sondern z. T. Neubauwohnungen bzw. neu errichtete Wohnheime mit Einzelzimmern und Gruppenwohnungen, aber auch leerstehende ältere Häuser.

Schade ist, dass keines der Angebote im hannoverschen Stadtgebiet liegt, denn natürlich wollen die Studierenden möglichst nah zu ihrer Hochschule wohnen, wo sie sich heute deutlich häufiger und länger aufhalten als die Studierenden früher. Und natürlich wünschen sie sich eher ein innerstädtisches Umfeld, denn es sind junge Leute zwischen 18 bis Mitte 20. – Vor allem die vielen internationalen Bewerberinnen und Bewerber sähen wir lieber in einem Wohnheim in der Stadt, da hier viel mehr ihre Integration und den Spracherwerb erleichternde Kontakte möglich wären.

Leider gibt es in Hannover, wie die Stadt bereits vor längerer Zeit mitteilte, keine geeigneten Möglichkeiten, da diese durch die Auflösung der Notunterkünfte in Turnhallen und leeren Baumärkten etc. alle belegt sind.

Wenn also der Mangel innerstädtisch groß ist, muss der Aktionsradius größer werden. Deshalb bin ich für die – wenn auch nicht ganz uneigennützigen – Angebote der Umlandkommunen Hannovers sehr dankbar, auch wenn sie für dieses Semester fast zu spät sind.

Der Verwaltungsausschuss des Studentenwerks mit Vertreterinnen und Vertretern der Studierenden, Hochschulleitungen und aus der Politik hat die Frage »Studierende in leere Flüchtlingsheime?« am Freitag, 12.11.16, erörtert und unterstützt die von mir vorgeschlagene Vorgehensweise:

Schnelle Prüfung der Angebote hinsichtlich

  • Lage, ÖPNV-Anbindung (Studierende haben kein Auto), Nahversorgungssituation (Einkaufsmöglichkeiten etc.)
  • Ausstattung (möbliert) und Internet/W-LAN (für Studierende ein Muss)
  • Überlassungsbedingungen, sprich Miethöhe, Wohndauer etc. – Das Studentenwerk kann, selbst wenn es Hauptmieter sein sollte, nur die Mieteinnahmen aus den tatsächlich vermieteten Zimmern weiterleiten, aber kein Leerstandsrisiko übernehmen.

Parallel zu diesen Prüfungen beginnen wir in dieser Woche eine Internetabfrage bei allen Bewerberinnen und Bewerbern auf der Warteliste, ob – zumindest befristet – Interesse an einer solchen Wohnung besteht. Gleiches geschieht in unseren Sprechstunden und ebenfalls bei den International Offices der hannoverschen Hochschulen.

Vom Ergebnis der Angebotsprüfung und dieser Umfrage hängt es ab, ob und in welchem Umfang das Studentenwerk die ursprünglich für geflüchtete Menschen vorgesehenen, aktuell aber nicht benötigten Wohnungen an Studierende vermieten bzw. vermitteln kann.

Wir betreten damit Neuland. Vergleichbares ist mir bundesweit, abgesehen von Einzelfällen mit wenigen Vermietungen, nicht bekannt. Natürlich werden wir aktiv dafür werben, aber es liegt vor allem bei den Kommunen, über günstige Mieten diese Angebote für Studierende attraktiv zu machen.

Was ich keinesfalls möchte, ist, dass Geflüchtete und Studierende gegeneinander ausgespielt werden; dazu hat es in den letzten Wochen z. T. sehr schlimme Leserbriefe in den hannoverschen Zeitungen gegeben.

Und ebenso – und das adressiere ich an die Politik im Land und in Hannover: »Studierende in leeren Flüchtlingsheimen« können nur eine befristete Notmaßnahme sein. Sie machen weitere und hochschulnahe Studentenwohnheime – »damit Studieren in Hannover gelingt« – nicht überflüssig.

 

 

 

 

 

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